Frohe Weihnachten!

So schön Weihnachten auch ist, ich glaube manchmal, dass meine Familie und ich auch ganz froh sind, wenn wir wieder zur Tagesordnung übergehen können. Schon Tage vorher wuselt man herum, kauft ein, vergisst ein Geschenk, rennt noch einmal los, verarbeitet wieder die eingekauften Lebensmittel zu Nachtisch und Co. und hat letztlich doch etwas vergessen und düst kurz vor Ladenschluss noch in den Supermarkt. Am Ende stellt sich dann heraus, dass die liebe Familie all das gar nicht futtern kann, was man auftischt. Angefangen von der Petersilienwurzelsuppe als Vorspeise bis hin zum gekräuterten Schweinefilet und der Kirsch-Schalottencreme zum Nachtisch wird die Familie vollgestopft und der Koch, der schon Tage vorbereitet und das Menü plant, freut sich über jedes Lob, das unter Stöhnen noch hervorgepresst wird. Und gestöhnt wird: über die vollen Bäuche, die man nach dem üppigen Mahl hat.

Am Ende kehren alle zufrieden und mit Geschenken beladen nach Hause zurück. Und zurück bleibt die Erinnerung an einen schönen Abend und der Hoffnung, dass man bis zum nächsten Jahr genug gemeinsam gefeiert hat. Schließlich kann man weder den Hosenbund, der irgendwann zu sprengen droht noch die eigene geistige Gesundheit, die bei dem Family-Overkill zwangsläufig in Frage gestellt werden muss, das mehr als zwei Tage durch. Aber in Deutschland sind wir da ja hartnäckiger und offensichtlich leiderprobt: wir hängen nicht nur zwei Feiertage an den Weihnachtsabend, nein, wir schließen die Geschäfte auch noch am darauffolgenden Sonntag, so dass wir uns wirklich drei Tage vom normalen Leben abschotten.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich die Prozedur an den folgenden Feiertagen leicht abgewandelt wiederholt. Man wechselt zwar nicht die Personen aber die Orte, damit jeder einmal dran kommt, nervös rumwuselt und der Rest der Familie sich in Ruhe vollfuttern kann.

In diesem Jahr kann man sich schließlich nach drei Tagen endlich seinen Neujahrsvorsätzen widmen: weniger Essen und mehr Sport treiben, eben all das, wozu man an den Feiertagen nicht gekommen ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch zwei schöne Feiertage und einen geruhsamen Sonntag, an dem alle Geschäfte geschlossen sind.